Samstag, 4. November 2017

Autumn Colours



No way to deny that summer is over and fall is here. 
The year is rushing towards its end and we're running along. 
Leaves are partly beautiful and partly dead on the ground yet. 

***

November isn't the most loved month of the year, except you're living your dream and run of, to Australia.
There it is springtime.

I'm not the one to live that dream. But my son is. 
He wanted to travel Australia since he was a boy of 14. 
This fall his dream is coming true and he left his home. 
Driving a campervan, taking lots of pictures, watching whales and great landscapes, finding new friends and learning to live his own life.  
It will be a wonderful and an important trip for him. 
For me it is the loss of my only child in my home after 21 years of caring and sharing, teaching and loving. 
I love him very much and therfore I love what he's doing. 
But the last weeks of preparing and goodbying left an impact on me. The way from Germany to Sydney is pretty far and as I watched his flight on the flight radar, it showed very clear how far apart we became.

We tried our best to give our son strong roots and wings as well.
Now he has to fly and we're watching and hoping for the best. 

***


I am a writer but I'm a mother, too. The last weeks I was mostly a mother and less a writer. Now with the kid on his big trip, there is time and room for new stories and fresh stuff. 
Thanks for your patience! Feel free to 'like' the beautyful pictures of Andreas' trip to Australia: 

https://www.instagram.com/andreas.zehetner/ 


See you all, soon! 
Reg Dixon 

Freitag, 14. April 2017

Love Is In The Air !


Love is in the air! 

 

Finally it is spring, at least in this part of the world. This time of the year when people want to fall in love, to marry, to plan adventurous holidays and feel the flow of joy and love in their blood!


I'm currently writing a lighthearted story about Harper Woodward. He's a sailor with the Navy and he will celebrate his birthday, soon. But even if you make the best plans, there is nothing like a guarantee that your wonderful plans will come true ... 

You can have a peek at this story by going to the 'For Free' section of this page!  

I'll be very happy if you're nice and leave me a comment!  

 

 

 


Sonntag, 5. März 2017

Springtime!

Invitation 💕
 
 



 If you happen to be in Bremerhaven,Germany on Friday March 10.
and you're interested in a reading with three German writers, like Susanne Bienwald, Maren Schönfeld and myself Reg Dixon, I'm happy to invite you to our: Ladies Night!
See you! Reg









Mittwoch, 28. Dezember 2016

Januar 2017

 Happy New Year 2017! 

2016 will be gone soon and hopefuly all of you will have a great party and decent celebration!


With Fireworks and the wonderful sound of the bells.




Or with impressing aurea borealis in solemn silence, like the men up North!













For us, Champagne and the usual party at home, with friends and family will have to do! Maybe we'll have a little bonfire and some fireworks, too.

My wish for the New Year  2017 for all people around our wonderful planet is:  It might be a good year, full of love and peace. With that, we'll be able to take care of the rest. 

With love! Reg Dixon







 

Donnerstag, 29. September 2016

Book Launch Party! "ALASKA"

 

Bildergebnis für Seattle  

 

"Wann könnt Ihr hier sein?!"
Max klang durch das Telefon als stünde er direkt neben Alex, obwohl sie sicher noch eine Weile  brauchen würden um das brandneue, stylische Tatoo-Café im Studentenviertel von Seattle zu erreichen.
Alex strahlte über das ganze Gesicht und antwortete:"Wir sind bald da! Max, das ist großartig von Euch, das wir die Party für Reg bei Euch machen dürfen!"
"Immer gern! Wie kam es überhaupt dazu?"
Alexej lehnte sich bequem im Beifahrersitz zurück, lächelte zu Greg rüber der den Wagen steuerte und erzählte:
"Reg hat meine, unsere Geschichte aufgeschrieben. Zuerst den Teil wo Gregory nach Sibirien gekommen ist. Wo wir uns kennengelernt haben. Und jetzt, meine Geschichte, mein neues Leben in den USA. So einfach war das nicht und wir haben gekämpft für das was wir jetzt haben. Reg hat es aufgeschrieben und sie wünscht sich nun einmal eine Book-Launch-Party! Die bekommt sie jetzt! Bei Euch im Tatoo-Café mit allen unseren Freunden und ein paar Überraschungsgästen!"
Max unterbrach ihn: "Genau! Die sind alle schon da!"
Greg schaltete sich ein: "Wer ist schon da?!"
"Na, alle! Sascha und sein Bruder Anatol, Ronald O'Melly mit einer großen Blonden und einem Indianermädchen und sein Bruder mit der ganzen Familie. Außerdem ein finsterer Typ den man nicht versteht, mit einer extrem aufgedonnerten Frau an seinem Arm ... " Greg lachte laut: "Ist nicht Dein Ernst?! Popov und die schöne Ludmilla sind auch gekommen?" Alex freute sich: "Alle sind gekommen!" 

Sie fanden einen Parkplatz in der Nähe. Sascha hatte seine Kindheit und Jugend mit Alexej verbracht. Er war der Bruder den Alex nie hatte und er erwartete sie schon an der Tür:
"Komm! Komm her an meine Brust! Aljoscha! Gott, ist das gut Dich zu sehen!" Er war ein Bär von einem Russen und niemand der ihn nur von außen sah, ahnte etwas von seinen weichen Seiten und der tiefen Freundschaft zu der Sascha fähig war. Auch Gregory bekam eine herzlich Umarmung! "Grischa! Gut siehst Du aus!"
"Du auch Sascha! Es ist gut Dich zu sehen! Gut Euch alle zu sehen!" 

Die Begrüssung war stürmisch und die Party in dem neuen Café schnell in vollem Gange! Alte und neue Freunde knüpften Kontakt und interessante Gespräche bahnten sich an. Peggy und Ludmilla diskutierten angeregt über Einrichtungsfragen. Halb mit Händen und Füssen und halb auf Englisch. Tanju und Max hatten aus dem alten Laden ein wirkliches Schmuckstück gemacht und die Damen begutachteten nun die Details. Sascha wich Alex keinen Moment von der Seite und wollte alles aber auch wirklich alles über sein neues Leben wissen. Anatol sein Bruder dagegen, interessierte sich lebhaft für Peggys schöne Tochter Kelly die ihrerseits gebannt seiner tiefen Stimme und seinem rollenden Akzent lauschte. Der kleine Ian sass auf Alexejs Schenkel und hörte den Erwachsenen gebannt zu. Nur Popov saß ganz ruhig in einem Sessel und beteiligte sich an keinem Gespräch, bis Tanju ihn auf Russisch ansprach: "Geht es dir gut Väterchen? Möchtest du noch Kuchen oder lieber einen Schluck?" Popov nickte kurz und sein Mund verzog sich zu einem sehr dezenten Lächeln. Der alte Soldat hatte lange mit sich gerungen, diese Reise zum Erzfeind zu machen, noch dazu waren sie hier alle schwul! Na ja, nicht alle und der Mann den sie alle Tiger nannten, wußte zumindest was gute Gastfreundschaft war! ...







"Die Gäste meiner virtuellen Book-Launch-Party bekommen: Kaffee und Kuchen, Wein und Vodka, ein Buffet und Champagner. 
Meine Leser bekommen: "Alaska" Alexejs Geschichte!


Viel Spaß! Und Na zdorov'ye! Und natürlich freue ich mich riesig über Ihre, Deine Rezension!

Reg Dixon 

Samstag, 17. September 2016

ALASKA

*ALASKA*

Die zweite Hälfte, die andere Seite der Medaille, das andere Ende der Welt.

OUT NOW! 

Ich freue mich über mein neues Buch und ich bin ein bisschen stolz darauf. Okay, ziemlich stolz. Indie-Autorin die ich bin. Ich habe jedoch auch Hilfe und das ist sehr schön! 

Für alle Leser denen der erste Teil der bilateralen Liebesgeschichte, zwischen dem Ingenieur aus Alaska und dem Polizisten aus Russland , Druschba heißt Freundschaft, gut gefallen hat und die die Fortsetzung kaum erwarten konnten, gibt es hier eine Leseprobe! Alaska ist für Kindle als E-Book und als Taschenbuch zu haben.


Leseprobe: 

1. Vorwort


Alexej Urbanokow, Polizist aus Irkutsk, hat die Freiheit gewählt und die Chance, die sich ihm bot, mutig ergriffen. Die Verfolgung sexueller Minderheiten in Russland nimmt beängstigende Formen an und als kurz nach dem Tod seines Vaters Beamte der Abteilung Interne Ermittlungen bei seinem Vorgesetzten dringend nach Sergeant Urbanokow verlangten, sieht Alexej seine Freiheit in konkreter Gefahr. Er flieht von Irkutsk nach Berlin und von dort aus in die Heimat seines Geliebten, nach Valdez in Alaska.
Gregory Burton, der Ingenieur, arbeitete ein Jahr lang in Sibirien, um die Firma PETROL SIBERIK beim Aufbau einer Pipeline-Wartungstruppe zu beraten. Der Polizist hatte den Ingenieur bei einer Razzia in einer Bar zufällig getroffen. Nicht ganz zufällig hatte er ihm seinen Pass am nächsten Morgen persönlich nach Hause gebracht. Sie kamen sich schnell näher. Alexej spielte mit dem Feuer. Beide spielten mit dem Feuer und der Einsatz war hoch. Gregory hatte Angst um seinen Freund und setzte alles daran, ihm einen Weg in die USA zu ebnen.
Die ersten Wochen seines neuen Lebens verbrachte Alexej in einem Rausch aus Glück und Euphorie. Gregory verwöhnte ihn und Emily und Harold, seine Eltern, taten alles, um Alexej schnell das Gefühl von Heimat zu geben.
Alexej war willkommen in Gregs Familie. Er konnte kaum glauben, dass Gregs Geschwister und seine Eltern ihn aufnahmen wie einen der ihren und niemand angewidert das Gesicht verzog, weil er und Greg ein Paar waren.
Einzig Gregs Schwager David, der Mann seiner Schwester Cynthia verhielt sich Alex gegenüber reserviert. Er war nicht direkt unfreundlich oder abweisend, aber er ließ manchmal ein tiefes Misstrauen erkennen, das sich jedoch nicht auf seine Homosexualität, sondern auf die Tatsache bezog, dass Alexej Russe war. David war konservativ und er sah in Russland nach wie vor Amerikas Feind. Das Alexej in Irkutsk Polizist war, verstärkte Davids ungute Gefühle noch.
Sie trafen nur selten aufeinander. Das machte es einfach für Alex, Davids Ressentiments zu ignorieren.
Das Klima in Valdez war dem in Sibirien nicht unähnlich. Die Stadt war jedoch wesentlich kleiner als die Industriemetropole Irkutsk. Valdez lag am Pazifik und hatte einen schönen Jachthafen. Gebirge und Gletscher waren nah und Alex begleitete Greg oder auch seinen Vater Harold auf die Jagd, zum Fischen und Ski fahren. Es fühlte sich für Alex so an wie die Ferien, von denen er sein Leben lang geträumt hatte. Oft lag er nachts wach, nachdem Greg und er sich geliebt hatten, hielt Gregory, der in seinen Armen schlief, und konnte nicht glauben, dass alles kein Traum, sondern die Wirklichkeit war.
Harold Burton, Gregs Vater, hatte vor seiner Pensionierung in der Stadtverwaltung gearbeitet. Seine Kontakte waren noch immer gut genug, dass er für Alexej eine Green Card beschaffen konnte. Aus Alexej Urbanokow wurde der Einfachheit halber Alex Urbano. Mit der Green Card hatte er das unbegrenzte Aufenthaltsrecht in den Vereinigten Staaten.
Alex lernte Englisch, als hinge sein Leben davon ab und versuchte den Job in der kleinen Werft, den Martin Brooks, Gregs Boss, ihm verschafft hatte, so gut wie möglich auszufüllen.
Es vergingen einige Monate, bis Alex zum ersten Mal das Gefühl hatte, dass das Happy-End ihrer Geschichte eigentlich erst der Anfang war. Wie in einem Film, der erst beginnt, wo alle anderen aufhören: Das Paar küsst sich endlich nach etlichen Verwirrungen. Dramatische Musik. Abspann. Auf der Leinwand steht: ENDE.
Und dann, wie geht es dann weiter?


2. September


Greg war nun schon den zweiten Monat am Stück an der Alaska-Pipeline unterwegs. Zwischendurch war er ein einziges Mal für drei Tage in Valdez gewesen. Das war alles. Er fehlte Alex. Beide hassten es, ohne den Anderen zu sein, aber Greg liebte auch seine Arbeit und Alex konnte ihn nicht begleiten. Sein Kollege Peter Price hatte sich bei einem Arbeitsunfall schwer verletzt und konnte für zwei Monate gar nicht und für weitere zwei nur im Büro arbeiten. Greg hatte es nie etwas ausgemacht, an der Pipeline für etliche Wochen, mit den Männern zusammen zu arbeiten und zu leben, aber jetzt wartete Alex zu Hause auf ihn und zum ersten Mal konnte er verstehen, wie sehr seine verheirateten Kollegen ihre Frauen und Familien vermissten.
Alex beklagte sich nie, aber Greg spürte, dass er unter der Situation litt. Alex sprach nicht darüber, dass er sich oft einsam fühlte und seine Freunde und Kollegen aus Irkutsk vermisste. Nicht alle natürlich, aber manche fehlten ihm sehr. Sein Jugendfreund Sascha und dessen Bruder Anatol. Das Fitnesstudio in dem er einen großen Teil seiner Freizeit verbracht hatte, und einige seiner Kollegen bei der Polizei. Er war nicht daran gewöhnt, ganz allein in einem Haus zu sein, und obwohl er ihr Zuhause sehr liebte und den Komfort und den Luxus genoss, fehlte ihm manchmal die Geborgenheit, die Zugehörigkeit, die es in der Kommunalka, der Gemeinschaftswohnanlage, gegeben hatte, in der er sein ganzes Leben lang gewohnt hatte. Nur während seiner Militärzeit lebte er in der Kaserne, aber auch da hatte er natürlich kein Zimmer für sich allein.
Nun war Alexej viel allein. Seine Arbeit auf der kleinen Werft in der Marina von Valdez hatte er auch der Tatsache zu verdanken, dass er sich ganz gut mit großen Dieselmotoren auskannte. Bei der Roten Armee hatte er gelernt, LKW und Panzer zu reparieren. So groß war der Unterschied zu Schiffsdieseln nicht. Alex lernte von Hank Springfield, wie man die Jachten und Boote der Freizeitkapitäne wartete, die hauptsächlich seine Kunden waren. Die Berufsfischer kauften sich höchstens einmal ein Ersatzteil in der Werft und reparierten ihre Schiffe meistens selbst.
Hank war im ersten Moment nicht begeistert davon gewesen, einen schwulen Russen als Mechaniker einzustellen, aber er schuldete Martin Brooks einen Gefallen und als er Alex kennenlernte und sah, dass kein fragiler Tänzer à la Rudolf Nurejew, sondern ein handfester, breitschultriger Athlet bei ihm arbeiten sollte, gab er Alex eine Chance. Obwohl Alex sich mit Hank ganz gut verstand, träumte er immer noch von einer Karriere als Pilot.
Hank bezahlte ihn gut. Für Alexejs Vorstellungen, die sich immer noch nach den Löhnen in Russland richteten, wurde er sogar sensationell gut bezahlt, aber die Flugstunden waren sehr teuer und die Gebühren und der theoretische Unterricht ebenfalls. Alex investierte in seine Zukunft. Es war nicht unmöglich, sich den Traum vom Fliegen zu erfüllen, aber um dann später einmal davon leben zu können, dazu gehörte viel Talent und das Glück, einen Arbeitgeber zu finden. Alex hatte sich in der Flugschule angemeldet und nahm am theoretischen Unterricht teil. Für die Flugstunden würde er noch länger hart arbeiten müssen oder doch über den Winter einen Truck auf den Eispisten fahren. Da war in einer Saison genug zu verdienen, um etliche Flugstunden bezahlen zu können. Allerdings war es auch eine sehr gefährliche Arbeit im Winter Schwerlasten nach Norden zu transportieren und Greg war nicht begeistert von dieser Idee.
„Ich komme aus Eis und Schnee! Genauso weiß und genauso kalt wie hier. Du brauchst keine Angst zu haben!“
Alex wollte nicht, dass Greg ihn finanziell unterstützte. Er war stolz und stur.
Sie hatten die Diskussion schon mehrmals geführt und waren zu keinem Ergebnis gekommen. Greg verstand seinen Geliebten. Im umgekehrten Fall würde er selbst auch nicht anders fühlen.
Noch war es nicht so weit, aber Hank Springfield hatte im Winter auf der kleinen Werft kaum genug für sich selbst zu tun.
Es war ein grauer und kalter Septembertag. Hank und Alex gingen ausnahmsweise im ‚Harbor Inn‘ zum Mittagessen. Die Saison neigte sich für dieses Jahr langsam dem Ende zu und Hank grübelte schon den ganzen Vormittag darüber, wie er Alex sagen sollte, dass er ihn ab Oktober nicht mehr brauchen würde. Sie aßen schweigend und beim Kaffee fragte Alex schließlich: „Welche Laus ist dir heute über die Leber gelaufen? Du bist so ruhig.“
Hank räusperte sich. Alex ahnte schon, was den älteren Mann beschäftigte und er machte es ihm leicht. „Ich kann es mir schon denken. Nun sprich schon.“
„Wird bald Winter und die Arbeit wird knapp. Bis zum nächsten Ersten kannst du noch bleiben. Nicht dass ich nicht zufrieden mit dir wäre! Hätte nie gedacht, dass wir uns so gut verstehen, aber über den Winter reicht es leider nicht für zwei.“
„Ist schon gut, Hank. Mechaniker ist auch nicht mein Traumjob, aber ich war ganz gern bei dir.“ „Falls es mit dem Fliegen doch nichts wird, kannst du ja im Frühling wiederkommen.“
„Wir werden sehen.“
Es war Freitag. Sie räumten die Werkstatt gründlich auf und machten früh Feierabend. Alex nahm seinen Rucksack und joggte nach Hause. Inzwischen wunderten sich die Nachbarn nicht mehr darüber, dass er nur selten den Landrover benutzte.
Alex wollte fit und in Form bleiben. Weil es aber in Valdez kein auch nur annähernd vergleichbares Studio wie das von Popov in Irkutsk gab, trainierte Alex für sich allein, zu Hause, im Garten oder eben beim Laufen oder Bergsteigen. Allerdings war in letzter Zeit das Wetter oft so schlecht, dass er sich immer öfter danach sehnte, in einer Halle Gewichte zu heben.
Das einzige gut ausgestattete Studio in der Stadt gehörte zum ‚Prince William Sound College‘. Es befand sich auf dem Campus und wurde hauptsächlich von Studenten besucht. Alex hatte nur ein einziges Mal einen Blick riskiert und war dann schnell wieder gegangen. Er fühlte sich zwischen all den jungen, schönen und intelligenten Studenten irgendwie deplatziert, obwohl niemand unfreundlich zu ihm war.
Heute klingelte die Nachbarin Anne Baker bei Alex, noch bevor er die Schuhe ausgezogen hatte. „Anne, hallo! Was kann ich für dich tun?“
„Hi, Alex! Ich wollte dich bitten, mir kurz einmal zu helfen. Bob kommt erst nächste Woche zurück und dann kann es für meine Blumen zu spät sein. Es ist jetzt nachts schon so kalt. Ich muss die Töpfe in den Wintergarten stellen. Zwei sind zu groß, die kann ich nicht alleine bewegen.“ „Das haben wir gleich.“
Anne war eine zierliche Frau mit einem starken Willen und viel Enthusiasmus, was ihren wunderschönen Garten betraf. Obwohl die Winter lang und die Sommer oft kühl und nass waren, hatte sie für sich und ihren Mann ein beeindruckend vielseitiges Gartenparadies geschaffen. Die offene Veranda des Hauses war schon vor Jahren verglast worden, um einen sicheren Platz zum Überwintern ihrer vielen Kübelpflanzen zu schaffen. Bob Baker liebte seine Frau und unterstützte ihren Gartenspleen, so gut er konnte.
Anne war sein Augenstern und er sehnte den Tag herbei, an dem auch er sich in den Ruhestand versetzen lassen konnte.
Alex hatte keine Mühe mit den großen Töpfen. Ein weißer und ein roter Oleander, Annes ganzer Stolz, bezogen ihren Platz im Wintergarten.
„Vielen Dank, Alex! Das war sehr lieb von dir! Eigentlich ist es bei uns viel zu kalt für Oleander, aber ich denke, sie haben sich schon daran gewöhnt. Dieses Jahr haben sie wunderbar geblüht.“
Alex nickte. Er hatte diesen Sommer viel von Anne Baker über Gartenpflege gelernt. Greg war an der Alaska Pipeline unterwegs und Alex fühlte sich für das Haus und den Garten verantwortlich. Er lebte gern hier und er tat, was immer er für nötig hielt. Sei es Brennholz für den Kamin und die Sauna zu schlagen, Bäume und Sträucher zu schneiden, Rasen zu mähen oder zu reparieren, was kaputt war.
Greg Burton hatte keinen Bezug zur Gartenarbeit und hatte das Grundstück mehr oder weniger verwildern lassen.
Anne hatte in Alex einen dankbaren Schüler gefunden. Sie mochten sich und halfen sich gegenseitig. Alex half Anne mit seinen kräftigen Armen und Anne gab ihm dafür jede Menge gute Tipps.
„Möchtest du einen Kaffee oder lieber Tee?“
„Ein Tee wäre gut. Wenn es keine Umstände macht?“
„Macht es nie. Komm mit in die Küche.“
Anne ging voran in ihre gemütliche Küche und Alex setzte sich an den langen Eichentisch, an dem selbst zehn Personen bequem Platz hätten. Er hatte schnell gelernt, dass das hierzulande ganz normale Dimensionen waren. Wenn es in Alaska etwas gab, dann war es Platz. Alles war groß! Die Häuser, die Autos, die Fernseher, die Betten, einfach alles.
„Wann kommt Bob zurück?“
„Erst am Dienstag, aber dann bleibt er für eine Zeit lang in Valdez.“
Bob Baker arbeitete im Außendienst und war deshalb oft auf Reisen. Anne mochte ihren Freiraum, aber seit sie selbst im Ruhestand war, fehlte er ihr oft sehr.
„Ich bin froh, wenn er es geschafft hat und auch zu Hause bleiben kann!“
Anne stellte ein Tablett mit Tassen, Zucker und Zitrone auf den Tisch und setzte sich zu Alex. Das Wasser auf dem Herd würde noch einen Moment brauchen, bis es kochte.
Auf dem Tisch lagen einige Werbeprospekte und Zeitschriften und ein auffälliges Blatt Papier, das sich beim zweiten Blick als ein Anmeldeformular vom ‚Valdez Beauty And Muscle Club‘ herausstellte. Alex fragte neugierig: „Hey Anne, bist du unter die Bodybuilder gegangen?“
Anne lachte. „Nicht direkt, aber ich habe mich bei Peggy Duncan für einen Gymnastikkurs angemeldet. Also, das heißt ja heute alles irgendwie anders, aber ich sage Gymnastik. Im Sommer hält mich der Garten auf Trab, aber im Winter muss ich mich selbst ein bisschen zwingen, um aus dem Haus zu gehen. Peggy hat den Club erst kürzlich gekauft. Das Haus stand länger leer, aber sie hat schon fast alles renoviert. Nur der große Raum mit diesen Foltermaschinen ist noch alt.“
Das klang wie Musik in Alexejs Ohren, dem das schlichte Fitnesstudio des Ex-Soldaten Popov fehlte, in dem es nach Männerschweiß, Talkumpuder und Schmierseife gerochen hatte.
„Wo ist diese Peggy Duncan?“
 Am Denali Drive, stadtauswärts. Da war vor dem Tankerunglück mit der ‘Exxon Valdez‘ die Fischfabrik. Ist keine so feine Gegend, aber dafür ist Peggy nicht so teuer wie das Studio im PWSC.“ „Für mich ist das Studio im College auch nicht das richtige. Vielleicht besuche ich Peggy Duncan mal.“ Anne stand auf um den Tee aufzugießen.
„Das machst du und sag ihr Grüße von mir.“
Mit einem Blick auf Alexejs inzwischen fast schulterlangen schwarzen Haare fügte sie an: „Sie schneidet übrigens auch Haare.“
Alex griff sich in seine Mähne und grinste. „Ich weiß. Sieht ganz schön wild aus, aber ich wollte sie einfach mal wachsen lassen. Ich hatte noch nie lange Haare.“
Anne lächelte ihn mütterlich an. „Ist ja auch deine Sache. Möchtest du ein Sandwich?“
„Nein danke. Tee reicht. Ich war mittags mit Hank im ‚Harbor Inn‘ zum Essen.“
Um neun Uhr hatte er ein Date mit Greg. Immer um die Zeit versuchten sie ein bisschen zu skypen. Alex hatte ein Feuer im Kamin gemacht, heiß geduscht und lag nun halb nackt auf dem Sofa. Der Abend war kühl, aber der Kamin heizte den Raum schnell mollig warm auf. Alex wusste, dass Greg Mühe haben würde, eine ruhige Ecke zu finden, um ungestört reden zu können. Sein Geliebter fehlte ihm. Sein Körper sehnte sich nach Gregs Wärme und nach ihrem Sex.
Alex versuchte vergeblich Greg zu erreichen und schickte ihm schließlich eine kurze Nachricht. Dann surfte er im Netz, um eine neue Arbeit zu finden. Wenn es auch nicht sehr überraschend für ihn gewesen war, dass Hank Springfield ihn über den Winter nicht weiter beschäftigen konnte, war es doch frustrierend. Alex wusste, dass es vielen so erging. Etliche Männer, die er über den Sommer im Hafen von Valdez kennengelernt hatte, brauchten über das Jahr zwei oder drei Jobs, um überleben zu können. Viele arbeiteten in der Ski-Saison an den Liften oder in den Hotels. Manche gingen in andere Städte, in irgendwelche Fabriken oder fuhren Truck oder zur See. Männer, die manches konnten, aber oft keine richtige Ausbildung hatten und deren sozialer Status immer schlecht bleiben würde. Das war auf keinen Fall die Zukunft, die Alex sich für sich selbst wünschte. Er hätte gern mit Greg darüber geredet, aber das würde warten müssen.
Kurz bevor Alex ins Bett gehen wollte, kam eine Antwort auf seine Nachricht von Gregory:
>>Hallo, mein Geliebter! Habe leider keine Zeit. Wir flicken schon seit Stunden an einem defekten Abzweiger. Ich stecke bis zu den Knien im Schlamm. Ich liebe Dich! <<
Alex antwortete ihm:>>Armer Ingenieur! Pass auf Dich auf! Ich liebe Dich auch! Bis morgen!<<
Er klappte den Laptop zu und ging frustriert ins Bett. Wieder mal ein einsames Wochenende. Alex sehnte sich nach dem Stadtleben. Nach unzähligen Möglichkeiten, die Zeit zu verbringen, egal was man dann letztendlich damit machte. Es waren die möglichen Alternativen, die zählten. Im Einschlafen nahm er sich vor, am nächsten Tag in das Studio von Peggy Duncan zu fahren. Er träumte von schwitzenden, gut gebauten, braun gebrannten Männerkörpern und wachte im Morgengrauen mit einer schmerzhaften Erektion auf.
Eigentlich hatte er sich fest vorgenommen, auf keinen Fall zu jammern oder zu klagen, aber heute Abend würde er Greg fragen, wann er denn endlich einmal zurück nach Valdez kommen konnte. Sein Freund fehlte ihm unsagbar. Ihre Gespräche, ihr gemeinsamer Sport, ihre Abende und ganz besonders die Nächte!
Gregory hatte in der Nacht, nachdem er endlich mit der Reparatur fertig war, eine Mail an Alex geschrieben. Alex fand sie beim Frühstück.
<<Hey, guten Morgen, mein Liebling! Ich weiß, dass Du jetzt gerade Tee trinkst und ich hoffe, dass Du gut geschlafen hast! Ich bin mit der ätzenden Reparatur fertig und denke an Dich. Es ist schon spät. Du fehlst mir so sehr Alex! Leider werde ich noch weitere zwei Wochen hierbleiben müssen. Ich wollte es Dir gestern Abend sagen. Es tut mir so leid! Ich weiß, dass Du dich allein fühlst und dass das schwer für Dich ist. Ich werde es wiedergutmachen! Bald! Ich liebe Dich! Greg<<



3. Freunde?


Der Regen hörte den ganzen Vormittag nicht auf. Die Tropfen waren eiskalt und es schüttete unaufhörlich.
Alexej musste ein wenig suchen, bis er den Denali Drive fand. Ein kleines Industriegebiet mit einigen Maschinen- und Autohändlern, alten und neuen Werkstätten und kleinen Fabriken. Die ehemalige Fischfabrik war leicht zu erkennen. Ein riesiger stilisierter Lachs aus rostigem Eisen zierte noch immer den Dachgiebel des großen roten Backsteinbaus aus den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Über dem Tor prangte ein knallbuntes, neues Eingangsschild: ‚Valdez Beauty And Muscle Club‘
Alex mochte keine bunt gekleideten, schnatternden Frauen beim Sport, aber er sah auch ein, dass es hier in Valdez nicht sehr viele Alternativen gab, um Kraftsport auszuüben. Er hoffte darauf, dass die Damenwelt eher die angebotenen Kurse besuchen würden und die Gewichte den Männern blieben.
So schlicht und nüchtern die alte Fischfabrik von außen war, so bunt und exotisch dekoriert war sie von innen. Warme Luft und dezente Musik begrüßten Alex, als er eintrat. Die Architektur des Gebäudes war auch innen nur wenig verändert worden. Zur Linken befand sich in früheren Zeiten wohl einmal eine verglaste Pförtnerloge. Diese diente jetzt als Anmeldung für das Studio. Im ehemaligen Büro hatte Peggy Duncan einen kleinen Friseur- und Beauty-Salon untergebracht. Die Umkleideräume und Duschen befanden sich immer noch dort, wo sich auch die Arbeiter der Fabrik umgezogen hatten, und die riesige Produktionshalle hatten schon die Vorbesitzer in zwei Säle aufgeteilt. Einen für Gruppenkurse und einen mit Fitnessgeräten und Gewichten. Die großen, durch weiß gestrichene, eiserne Sprossen unterteilten Industriefenster nach Süden ließen genug Licht in die Räume. Die gegenüberliegende Wand war komplett verspiegelt, was den langgezogenen Räumen optisch mehr Tiefe gab. Der graue Nopflex Fabrikboden aus PVC war im Gymnastiksaal gegen helles Parkett ausgetauscht worden. Der Fitnessbereich sah noch genau so aus, wie ihn einige der ehemaligen Arbeiter, kurz nach der Schließung der Fabrik, vor Jahren eingerichtet hatten. Die Geräte stammten offensichtlich auch noch aus der Zeit. Und die langen Lampen hatten sicherlich auch schon über der Packstraße für frischen Fisch geleuchtet.
An der Anmeldung sah Alex eine große Hinweistafel, auf der alle Angebote des Studios aufgeführt waren. Danach gab es auch eine Sauna, ein Solarium und einen Jacuzzi. Die Wände im Anmeldebereich strahlten in allen Rot-Gelb und Orangetönen, die aus Farbtöpfen zu bekommen waren und der Boden war weich und angenehm mit Kunstrasen aus Filz belegt, der die Schritte dämpfte und die künstlichen Palmen und exotischen Blumen in großen Bodenvasen in Szene setzte. Alex grinste bei dem Gedanken, dass die Menschen in Alaska sich ganz offensichtlich genau so sehr nach bunten Farben und ein wenig Exotik sehnten wie die Menschen in seiner Heimat Sibirien. Dort war es eher das nahe Asien, hier die Inselwelt der Florida-Keys oder die Karibik, die die Dekorationen inspirierte.
Ein ausgesprochen hübsches Mädchen mit indianischen Gesichtszügen und pechschwarzen Haaren riss Alex aus seinen Gedanken. „Hi! Ich bin Kelly. Womit kann ich helfen?“
Sie hatte das perfekte, schneeweiße Lächeln, das wohl nur amerikanische Zahnärzte erschaffen konnten. „Hallo, Kelly. Ich bin Alex. Ich würde mir gern das Studio ansehen. Wenn das möglich ist?“
„Natürlich! Sehr gern! Du kannst dir alles ansehen! Möchtest du auch an unseren Kursen teilnehmen?“
Alex grinste breit. „Das weniger. Ich möchte nur Krafttraining machen.“
Kelly ließ einen anerkennenden Blick über seinen Body gleiten und flötete: „Das glaub ich dir sofort, dass du dich mit Gewichten auskennst! Wo hast du vorher trainiert? Im College?“
„Bei mir zu Hause. Ich bin neu in Valdez.“
Kelly gab ihm eine Infobroschüre und erklärte: „Du kannst heute alles ausprobieren und ich zeige dir das ganze Studio. Wenn du einen Vertrag machen willst, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir bieten individuelle Lösungen an. Das unterscheidet uns von der Konkurrenz.“
Alex blätterte kurz durch die Informationen und fragte dann: „Was meinst du mit individuell?“ Kelly war stolz auf das Konzept ihrer Mutter und legte es Alex ausführlich dar:
„Also, das ist so: Wir machen ganz normale Verträge mit monatlicher Beitragszahlung, so wie alle anderen auch. Aber wir haben auch ein einfaches Punktesystem für Sportler, die auf Montage arbeiten oder Wochen oder Monate auf See oder sonst wo im Einsatz sind. Die Punkte werden als Kontingent gekauft und können dann abtrainiert werden, je nachdem, wie man Zeit und Lust hat. Frauen kommen oft lieber im Winter. Männer, die auswärts arbeiten, kommen her, wenn sie in der Stadt sind. Für Krafttraining sind weniger Punkte fällig als für die Kurse, weil man da ja auch mehr Anleitung bekommt. Sauna, Sonne und Jacuzzi sind immer dabei. Sportgetränke auch. Eiweiß-Shakes kosten extra. Zum Testen kann man ein Punktekontingent kaufen und sich später für einen Vertrag entscheiden. Ganz nach Wunsch.“
Alex lächelte sie an und nickte. „Klingt fair.“
Kelly ging voran und zeigte Alex das Studio. Er sah, dass es längst nicht so perfekt und durchgestylt war wie die Konkurrenz, aber die Atmosphäre in der alten Fabrik gefiel ihm. Die Vorstellung, dass hier jahrzehntelang Männer hart gearbeitet hatten, ließ ihn über die bunten Dekorationen hinwegsehen. Die Halle mit den Fitnessgeräten war pur und ohne Schnörkel. Einige Männer trainierten und das vertraute, regelmäßige ‚Klonk‘, wenn Eisen auf Eisen trifft, gab Alex ein gutes Gefühl.
„Ok, jetzt hast du alles gesehen. Wenn du noch Fragen hast, helfe ich dir gerne. Oder du wendest dich an Ronny, unseren Trainer.“
Kelly schaute Alex offen ins Gesicht. Sie schien noch eine Frage zu haben, sagte aber nichts weiter. „Danke, ich denke ich werde schon klarkommen.“ „Gut, dann wünsche ich dir viel Spaß!“
Der Himmel war grau und der Regen platschte an die großen Fenster. Alex genoss es, seinen Körper zu spüren und probierte ein Gerät nach dem anderen aus. Im Prinzip war der Unterschied zu Popov minimal. Es tat so gut, etwas Vertrautes zu tun. Er konzentrierte sich und achtete nicht auf die anderen Sportler. Er kannte sowieso nur wenige Menschen in Valdez. Umso unerwarteter traf ihn der aggressive Ruf von hinten: „Ach du heilige Scheiße! Dürfen die dreckigen, schwulen Russen jetzt auch schon hier trainieren!?“
Alex streckte sich langsam zu voller Größe und drehte sich um. Ein übler Geruch nach altem Fisch stand wie eine Gaswolke zwischen ihm und Cole. Ein Hilfsarbeiter auf einem der wenigen Fischtrawler, die es im Hafen von Valdez noch gab. Einer, der alle und jeden hasste: die Schwarzen, die Latinos, die Iren, die Deutschen sowieso und besonders die Schwulen! Wäre er allein gewesen, hätte Alex ihm eine passende Antwort gegeben, aber er war nicht allein. Zwei seiner Freunde, ebenso grobschlächtig und übel riechend, standen neben ihm. Alex wollte sich auf keine Diskussion einlassen und einfach weggehen. So einfach wollten sich die drei den Spaß aber nicht verderben lassen. „Hey Süsser! Wie wär das: du bläst uns allen einen und dafür besorgen wir es dir mal so richtig gründlich, bis du nach Mütterchen Russland weinst!?“ Alexej war blitzschnell in Verteidigungshaltung mit erhobenen Fäusten!
„Cole! Du Sau! Was fällt dir ein, unsere Kunden zu beleidigen!“
„Oh! Der Trainer macht sich wichtig! Nur weil die alte Lesbe dich auf der Couch schlafen lässt, brauchst du dich hier nicht gleich so aufzuspielen!“
„Wen nennst du alt!?“
Alex hatte so eine tragende Stimme bei einer Frau noch nie gehört. Peggy Duncan war sehr groß, sehr blond und auch das pinkfarbene Top mit Glitzerschriftzug verdeckte nichts von ihrer athletischen Amazonen Gestalt.
„Ich hab dich was gefragt! Cole!“
Der große, plumpe Mann sackte in sich zusammen wie ein Luftballon. „Es ist nichts, M’am. Gar nichts.“
„Raus! Endgültig! Mitgliedskarte abgeben!“
„Sarge! Bitte!“ Sie schnaubte: „Geh mir aus den Augen!“ Cole beeilte sich den Raum zu verlassen. Seine Freunde fingen eine Diskussion mit Peggy an:
„Er ist nun mal ein grober Klotz, Sergeant. Er meint es doch nicht so!“
„Doch, er meint es so! Und ich hab endgültig die Nase voll davon. Im Übrigen reicht Mrs. Duncan!“
Die beiden schlichen ihrem Freund hinterher und Peggy Duncan wendete sich Alex zu.
„Hi, es tut mir sehr leid! Bitte nimm Cole und seine Kumpane nicht so ernst! Du bist sehr herzlich willkommen bei uns!“
Ihr Händedruck war fest und warm und ihre eisblauen Augen erinnerten Alex ein wenig an Gregs Augen. Der Trainer streckte ihm ebenfalls die Hand entgegen. „Ronald O’Melly.“
Alex hatte noch nie in seinem Leben grüne Augen gesehen und konnte seinen Blick fast nicht davon loseisen. Augen so grün wie ein tiefer Bergsee, oder frisches Moos im Frühling. Leuchtend und faszinierend. „Hi, Alex Urbano.“
Ronald war irritiert und sah abrupt weg. „Komm, ich lade dich auf einen Shake ein. Peg wird sicher noch ein Wörtchen mit den drei Herren wechseln wollen.“ Peggy nickte. „Das haben wir gleich! Mixt du mir einen Vanille-Shake? Ich komme sofort nach.“ Ronald deutete Alex mit einem kurzen Kopfnicken den Weg an und antwortete seiner Chefin: „Vanille-Shake! Sehr gern, M’am!“
Seine grünen Augen klebten an ihrem Hintern, aber Alex starrte nur auf seine feuerroten, kurzen Haare und den gut trainierten Body.
Als Alex später beim Abendessen saß, dachte er über seine neuen Bekannten nach: Über Peggy Duncan, die noch vor ein paar Monaten Drill Sergeant bei der Army gewesen war. Ronald O’Melly, der sie seit Jahren aus der Ferne anhimmelte und dankbar für den Job im Studio war, um die Zeit bis zu seiner Ausbildung zum Alaska State Trooper zu überbrücken. Alex hatte nicht ganz verstanden, woher sich die beiden genau kannten, aber offensichtlich war Ronald als Soldat in Afghanistan gewesen und war dort auch verwundet worden. Nun wollte er zur Polizei von Alaska. Seine interessanten roten Haare und die wunderschönen grünen Augen hatte er von seinen irischen Vorfahren geerbt.
Kelly sah ihrer Mutter überhaupt nicht ähnlich und Alex hatte erfahren, dass ihr Vater ein Native American war. Peggy hatte ihn nicht geheiratet und ihre Tochter allein großgezogen. Alex hatte Fragen zu seiner eigenen Herkunft beantwortet und auch von seinem früheren Beruf erzählt und von seiner Suche nach Arbeit für den kommenden Winter. Ronald mochte Alex ganz offensichtlich. Sie waren auf einer Wellenlänge und es war ein äußerst angenehmes Gespräch. Deshalb dauerte es nicht lange, bis Ron auch die eine Frage stellte, die Alex immer noch schwitzen ließ: „Wie kommt das Arschloch Cole darauf, dich schwul zu schimpfen?“
Alex hatte auf die Tischplatte gestarrt und nach seinem Selbstbewusstsein gesucht. Ron holte Luft, um sich für die indiskrete Frage zu entschuldigen, als Alex ihm in die Augen sah und leise sagte: „Ich lebe mit meinem Freund zusammen. Dafür hätten sie mich in Russland vielleicht eingesperrt. Ich bin froh hier zu sein.“
Er holte tief Luft. „Oder ist das jetzt ein Problem?“
Ronald schoss die Röte in die Wangen. Auch er war nicht ganz frei von Vorurteilen, aber er antwortete: „Quatsch. Kein Problem, hier.“
Ronald war ein schöner Mann. Alex dachte an seinen schönen Mann, der so weit weg in Prudhoe Bay an irgendwelchen Anlagen arbeitete und wieder einmal nicht zu erreichen war. Heute Abend würde er keine sehnsüchtige Mail schreiben. Er würde ihm ein unanständiges, sehnsüchtiges Selfie schicken, ohne weiteren Kommentar. Greg würde ihn auch so verstehen.  ....  


Viel Spaß damit und vielen Dank für Deine, Ihre Rezension! 
Reg Dixon






Autumn Colours

No way to deny that summer is over and fall is here.  The year is rushing towards its end and we're running along.  Leaves are...